The Illusionists – Showbericht

Nicht viel Neues, aber viel Schönes. So lässt sich die Show aus meiner Sicht am besten zusammenfassen.

Die Broadway Show ist dieses Wochenende zum ersten mal in der Wiener Stadthalle zu sehen. Am Freitag war ich mit dabei. Ein modernes, sehr minimalisitsches Bühnenbild, aber dafür ein überaus cooles Lichtdesign sorgen gleich von Beginn an für eine tolle Atmosphäre. Auch gleich zu Beginn werden die Künstler des Abends wie in einem Science Fiction Film als eine Art Karteikarte in die Luft Projiziert. Begleitet von fetziger Musik und Tänzern, die gleichzeitig auch die Assistenten bei den Akts waren. Von Musik, über Kulisse, gemeinsamen Tänzern, bis zum Outfit wurde hier sehr auf ein gemeinsames Stimmiges Auftreten geachtet. Wesentlich einheitlicher und stimmiger als man es sonst so von einem Nummernprogramm gewohnt ist.

Diese Einheitlichkeit diente hier gleichzeitig als ausschließlicher roter Faden. Auf eine gemeinsame Geschichte wurde scheinbar bewusst verzichtet. Das liegt vermutlich auch daran, dass es diese Show auch mit anderen Künstlern gibt und somit modulhaft zusammengesetzt wird. Bei der Auswahl der Künstler wird dafür auf Abwechslung geachtet.

Zu sehen an diesem Abend war…

Andrew Basso

Der 34 jährige Italiener ist vor allem Entfesselungskünstler. In der ersten Hälfte zeigte er eine Comedy Befreiung aus den mit Seil gefesselten Armen (Kellar Rope Tie), wie man sie schon von viele Künstlern gesehen hat. Lustig, kurzweilig, aber auch nicht gerade überragend. Dafür glänzte er mit in der zweiten Hälfte, wo er sich mit Handschellen gefesselt kopfüber in einem Wassertank hängend befreite. Mit zusätzlich einer schönen Houdini – Geschichte dazu insgesamt eine Nummer, wie man sie nicht so oft zu sehen bekommt.

James More

Der 30 Jährige Engländer wurde durch Britain’s Got Talent bekannt und trat mit klassischen Illusionen (Schwert durch Körper, Platztausch mit Partnerin,…etc.) auf. Zwischendurch verblüffte er mit einer Fingering in Uhr Routine, die er direkt im Publikum vorführte. Alles in allem durchaus unterhaltsam, wenn auch nicht wirklich neu. Es ist interessant zu beobachten, wie mit cooler Musik, T-Shirt Outfit und dem Weglassen von Klitzerfolie altbekannte Kisten im Kleid von modernen Illusionsnummern auch heute noch immer das Publikum begeistern können.

Sos und Victoria

Die beiden Quickchange Künstler aus Deutschland konnte ich bereits beim letzen Österreichischen Zauberkongress 2016 sehen. Haben sie mir damals bereits sehr gut gefallen, hat sich daran nichts verändert. In atemberaubender Geschwindigkeit ändert Victoria mehrfach ihr komplettes Outfit, als ob wirklich Magie dahinter stecken würde. Das gehört in die Kategorie der Vorführungen, die nicht weniger verblüffend werden, wenn man ein wenig davon versteht was im Hintergrund passiert. Es macht die Sache sogar umso erstaunlicher!

Luis de Matos

Portugal lässt grüßen. Er gehörte zu den alten Hasen des Abends und übernahm auch größtenteils die Moderation. Mit einer Goldfischproduktion sorgte er gleich mal für einen starken, visuellen Opener. Aber auch er hatte Klassiker wie ein Variante der Sessel-Schwebe im Gepäck, mit der er ein kleines Mädchen aus die Publikum schweben lies. Ein paar kleine Pannen gab es zwar mit dem Übersetzer, aber die meisten schienen die Gags auf Englisch verstanden zu haben. Schade nur, dass es hier scheinbar keine wirklich längere Probe für den Do-as-I-Do Effekt vor der Pause gegeben hat. Eine Routine, bei der die Zuseher so einiges machen mussten um die passende zweite Hälfte aus einen zuvor selbst zerrissenen Stapel Illusionists Postkarten zu finden, wäre ohnedies schon lang gewesen. Mit der Übersetzung verdoppelte sich die Zeit, was die Sache nicht nur unheimlich in die Länge zog, sondern auch bei vermutlich mehr als gewöhnlich nicht funktionieren lies. Luis hatte hier viel zu tun, die Zuseher trotzdem bei Laune zu halten, was er aber gekonnt meisterte.

Enzo

Große Illusionen haben oft einen Nachteil – der Effekt ist vorhersehbar. Nicht bei Enzo! Er schafft es Sprechzauberei mit Großillusion geschickt zu verbinden und so das Publikum immer wieder auf die falsche Fährte zu locken. Am Ende ist immer alles anders wie vermutet und keine Nummer endet bei ihm ohne zusätzlichen Klimax, was seine Art der Vorführung höchst spannend und unterhaltsam macht.

Yu Hojin

Er war einer derjenigen auf die ich mich richtig gefreut habe ihn einmal live zu sehen. Und ich wurde auch nicht enttäuscht! 🙂 Der ehemalige Manipulationsweltmeister und Grand Prix Sieger (FISM, Blackpool 2012), lädt mit seiner ruhigen, fast schon poetischen Perfomance ein, sich einfach zurückzulehnen und scheinbar wahre Magie zu genießen. Neben seinem Manipulationsakt, zeigte er auch eine Münzmatrix, bei der man am liebsten auf der Bühne bei ihm gesessen wäre um sie nicht “nur” über die Leinwand zu sehen.

Kevin James

Ich habe so etwas wie eine imaginäre Liste von Zauberkünstlern im Kopf, die ich gerne irgendwann mal sehen würde. Mit Kevin James ist diese jetzt wieder um einen Namen kleiner geworden ;-). Und er zeigte alle seine Klassiker! Von der Chaplin Puppe, über den zersägten Doktor, bis hin zur schwebenden Rose und den Schneesturm. Yeah! 🙂

Also insgesamt also eine Show, die man absolut empfehlen kann. Und wenn es da oder dort Dinge gibt, die man gern anders gesehen hätte ist das Jammern auf hohem Niveau ;-).

Mehr Info unter…
www.theillusionistslive.eu

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Ein Gedanke zu „The Illusionists – Showbericht

  • 10.02.2019 um 14:56
    Permalink

    Schöner Bericht.

    Bin großteils deiner Meinung.
    Yu Hojin war der Publikumsliebling.

    Und am Samstag hatte das übersetzen relativ gut geklappt, jedoch ist es sehr langwierig so gewesen.

    Auch dass mit den zerrissenen Karten hat super geklappt und die Leute waren hellauf begeistert.

    Würde ich diese Show wieder ansehen? Nein.

    Gehe ich lieber zu einem Einzelkünstler.
    Und die Halle war auch mehr wie zur Hälfte leer leider.

    1x sehen war aber ok.

    Antwort

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